Es kommt ein Schiff, geladen

Krippe in der St. Joseph-Kirche: Im Boot nach Bethlehem

 

 

Es war ein beschwerlicher Weg von Nazareth nach Betlehem - ganz besonders für die hochschwangere Maria. Wie schön ist es doch da, sich fahren zu lassen - noch dazu gemütlich in einem eigenen Boot.

Maria und Joseph haben es gut - ihr Boot fährt sie direkt zum Stall nach Betlehem. Ein Engel beschützt sie - und der Esel ist auch dabei.

Auch viele andere Besucher der Krippe haben sich im Boot auf den Weg gemacht. So kamen auch die Sterndeuter nicht mit dem Wüstenschiff, sondern mit dem kleinen Fischerboot zur Krippe.

Eigentlich kaum ein Boot- mehr eine Nussschale. So war auch die Walnuss mit ihren bootsartigen Schalenhälften der Leitgedanke der Weihnachtspredigten. Schwer zu knacken - aber mit einem wertvollen, nahrhaften Kern.

Aber auch weniger schöne Gedanken verbinden wir mit dem Boot. In unserer Zeit haben es viele Menschen aber gar nicht so gut. In überfüllten Booten, die kaum seetüchtig sind, begeben sie sich auf die Flucht. Sie verlassen ihre Heimat, um Bedrohung und Not zu entfliehen. Raue See, klapprige Boote, kein Engel in Sicht - mit Kreuzfahrt-Abentuer und Seefahrer-Romantik hat das überhaupt nichts zu tun. Es geht nur noch um das bloße Überleben.

Aus dem Matthäus-Evangelium wissen wir, dass Maria und Joseph mit Jesus selbst zu Flüchtlingen wurden - aus Angst vor der Bedrohung durch Herodes flohen sie nach Ägypten.

Daher denken wir an Weihnachten ganz besonders an diese Menschen, die sich auf gefährlichen Wegen auf die Flucht begeben, und schließen sie in unsere Gebete ein.