Neue Wege im Leben gehen - SonnTalk mit Bettina Wulff und Sr. Tabita OSB

Zum dritten Mal werden beim SonnTalk in St. Joseph zwei Menschen mit besonderen Lebenswegen gegenüber gestellt. 

Am 18. März 2018 treffen sich zwei Frauen im vollbesetzten FORUM St. Joseph, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Auf der einen Seite Bettina Wulff - Kommunikationsberaterin, Ehefrau des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff und engagiert für viele gemeinnützige Initiativen.
Auf der anderen Seite Schwester Tabita OSB, die bis vor wenigen Jahren in der Kath. Pfarrgemeinde St. Joseph lebte, als Frisörin tätig war und dann ihrer Berufung zum Ordensleben in das Benediktinerinnen-Kloster nach Köln folgte.

Unter der Moderation von Matthias Görn, Vorsitzender des Freundeskreis Hannover e.V., näherten sich beide Frauen an und fanden am Ende gemeinsame Faktoren, die ihre Wege bestimmten.

Zunächst berichtete Bettina Wulff von ihrem Werdegang. Schon in der Schulzeit waren ihr Glaubensfragen wichtig, sie entschied sich jedoch gegen ein Theologiestudium und die Tätigkeit als evangelische Pastorin. Später wird sie unter anderem Botschafterin für das Reformationsjubiläum, bei welchem sie in vielen großen und auch kleinen Veranstaltungen in den Austausch über den Glauben treten konnte. Wichtig dabei war die direkte Begegung mit Menschen als Teil des Glaubens. Frau Wulff betonte, dass wir es selber in uns tragen, den ersten Schritt hin zu diesen Begegnungen zu machen. Dies wird auch beim sozialen Engagement von Frau Wulff deutlich, unter anderem beim Netzwerk Miriam, für die Paralympics oder auch die Stadthelm-Initiative.

Schwester Tabita, geboren als Nicole Gerhardy, war lange Jahre Ihres Lebens als Frisörin tätig. Nach den Jahren in Köln freute sie sich besonders, wieder in der Heimatgemeinde zu sein. Besonders glücklich war sie, ihren ehemaligen Chef begrüßen und in die Arme schließen zu können. Sie berichtet von der Zeit in der St. Joseph-Gemeinde, der Erwachsenenfirmung in der Osternacht 2012 und Ihrer Entscheidung, ins Kloster zu gehen. Diesen Plan setzte sie nach dem Tod ihrer Mutter, welche sie bis zum Ende pflegte, um. Zunächst erfährt sie in der schwierigen Übergangszeit die Unterstützung des Ordens, um später ganz ins Kloster zu gehen und dort zu leben.
Zur Frage, ob sie im Kloster gefunden hat, was sie suchte, antwortet sie glücklich, dass dies voll und ganz so sei. In einem temperamentvollen Ausbruch erklärt sie, dass nur noch Gott sie bremsen könne.

Auf der Suche nach der Gemeinsamkeit der beiden Frauen kommt Moderator Görn schnell auf die Nächstenliebe, die sich bei beiden durch das Leben zieht. Bettina Wulff betont, dass Nächstenliebe schon kleine Schritte sind, um anderen Menschen zu helfen oder etwas Gutes zu tun. Ähnlich sieht es Schwester Tabita und sagt, jeder Mensch sollte die Welt ein bisschen besser machen. Dabei seien die kleinen Dinge wichtig, die häufig gar nicht mit Geld zu kaufen sind.
Auch sind sich beide einig, dass diese Nächstenliebe nur in der persönlichen Begegnung mit Menschen und dem tatsächlichen An-die-Hand-Fassen wirksam möglich ist.

Zum Abschluss will Moderator Görn wissen, welche neuen Wege die Zukunft für die beiden Frauen bringen wird. Hier breitet sich bei beiden Talkpartnerinnen Nachdenklichkeit aus. Bettina Wulff zitiert als Antwort den Liedermacher Heinz Rudolf Kunze: „Wege sind schwer zu beschreiben, sie entstehen ja erst beim Gehen.“ Schwester Tabita antwortet auf die Frage gelassen: Gott leitet mich. Wenn er meint, es passt, dann ist es für mich in Ordnung.“