St. Joseph-Kirche

Blick von der Isernhagener Straße/Ecke Steinmetzstraße auf die St. Joseph-Kirche.

Innenansicht der St. Joseph-Kirche: Blick durch das Mittelschiff

Blick in den Altarraum

Seitenaltar des Hl. Joseph, mit Jesuskind auf dem Schoß. Link der Hl. Joachim, rechts die Hl. Jugendrau Maria in kindlicher Darstellung, daneben die Hl. Mutter Anna.
Ursprünglich hielt der Hl. Joseph eine Lilie in der Hand, welche später durch eine Schriftrolle ersetzt wurde.

Die St. Joseph-Kirche

In der mehr als hundertjährigen Geschichte seit der Kirchweihe am 4. August 1912 ist die St. Joseph-Kirche äußerlich weitgehend unverändert geblieben. Innerlich aber ging nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg viel von der Ausstattung (Ausmalung, Wandbilder im Mittelschiff...) verloren. Und durch die Liturgiereform des II. Vatikanischen Kozils wurde der Blick der Gottesdienstgemeinde auf den neuen Altar gerichtet, um den sich seit 1972 auch die St. Joseph-Gemeinde versammelt. In den alten Hochaltar wurde ein neues Mittelteil mit dem Tabernakel eingesetzt.

Übrigens: Das Kreuz im Grundriss, das von Längs- und Querschiff gebildet wird und im Innenraum der Kirche kaum wahrnehmbar ist, kann man aus der Vogelperspektive - am Dachfirst - gut erkennen.

Aus der Festschrift "75 Jahre Sankt Joseph Hannover / Namen - Daten - Fakten - Erinnerungen" (Auszug):

Im Pfarrbrief von 1937, im Jahr des 25jährigen Jubiläums, wird lobend hervorgehoben: "Bei der Gestaltung des Innenraums der Kirche ging der Erbauer von dem Gesichtspunkte aus, dass die Feier des Gemeindegottesdienstes am Hochaltar möglichst von allen Plätzen aus mühelos verfolgt werden könne. Daher zeigt der Grundriss ein unmittelbar an den Chorraum sich anschließendes sehr breites Querschiff und ein gleich breites Mittelschiff, während die Seitenschiffe nur als Gänge ausgebildet sind."

In der Tat: Das Mittelschiff ist mit einer Breite von 12 m bei einer Gesamtlänge der Kirche (incl. Chor) von 38,50 m und einer Innenhöhe von 14,50 m erstaunlich weit, während die Seitenschiffe nur eine Breite von 4 m und eine Höhe von 5,50 m erreichen. St. Joseph ist also eine Vorstufe zu den modernen Saalkirchen, die auf eine Schiffbildung ganz verzichten.

Noch vor der Kirchweihe, im Juni 1912, starb der Architekt Maximilian Jagielski. Von seinen Vorstellungen zur Ausstattung des Kircheninneren wissen wir wenig. Erhalten blieben Entwürfe für den Hauptaltar, zur Kommunionbank und zu einem Seitenaltar. Der [Haupt-]Altar entstand bereits 1912. Die tempelartige Anlage wurde nach dem Entwurf von Jagielski ausgeführt. Die Reliefs der Altartafeln wurden von dem Bildhauer Anton Mormann aus Wiedenbrück gearbeitet. Sie waren von Anfang an für eine Bemalung vorgesehen, aber erst neun Jahre später, 1921, erhilet der Hochaltar seine Polychromierung von anderer Hand.
Der linke und der rechte Flügel besitzen auch auf der Rückseite Darstellungen, die sichtbar wurden, wenn der Altar geschlossen war. Die linke Seite zeigt in diesem Zustand unten die Geburt Christi, oben die Himmelfahrt; die rechte Seite unten die Jünger in Emmaus und oben die klugen Jungfrauen mit ihren Lampen und Lilien. Geöffnet stellen die Reliefs von links unten bis rechts oben gelesen dar: Der ungläubige Thomas legt den Finger in die Seitenwunde Christi - die Schlüsselübergabe an Petrus - die Kreuzigung - Christus als der gute Hirte - das Abendmahl - "Lasset die Kinder zu mir kommen" - Speisung der 5000 - Jesus und Johannes d. T. als Kinder.