Orgel

Die Orgel - Funktion und Charakter

Ohne Frage hat sich das Image der Orgel und der Orgelmusik in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Orgelmusik und Orgelbau wurden zwar zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt, gelten aber insgeheim und auch in manchen kircheninternen Gruppen als ein bisschen uncool. Mittlerweile werden Organisten oft als alte Männer betrachtet, die auf eine altmodische Art vor alten Leuten altmodische Lieder spielen. Darüber kann man mit den Schultern zucken und noch ein paar laute Register ziehen, um die frechen Stimmen zu übertönen.
Viele Organisten fühlen sich aber schon getroffen, wenn es heißt, dass nächste Woche in der Messe eine Band spiele, das sei ja „mal etwas Schwungvolles“, und deswegen sollten alle kommen. Dabei kann man durchaus auch schwungvolle Sachen auf der Orgel spielen, sehr schwungvolle sogar. Zudem haben vor allem improvisierende und komponierende OrganistInnen schon immer supermoderne Musik gespielt, Neue Musik im emphatischen Sinne desWortes. Sie gingen und gehen in der modernen Musik mit dem Puls der Zeit, prägten ihn in einigen Fällen sogar mit. Man muss nur an Komponisten wie Olivier Messiaen denken. Viele von den Neutönern verachten aber leider das beschwingte, unbeschwerte Singen und Spielen im Sacro-Pop. Das aber finden viele Gemeindemitglieder besonders schön - ein echtes Dilemma. Aber warum sollte man die Orgelmusik nicht hin zur Popmusik öffnen? Schätzungsweise über 80 Prozent der Popsongs behandeln das Thema „Liebe“. Es wäre ignorant, diese Musik beispielsweise nicht als Hochzeitsmusiken zu verwenden und es
wäre fatal, wenn die Orgelmusik oder die Kirchenmusik ganz allgemein die Chance zur Integration verschiedenster Musiktraditionen „verspielt“.
Die Orgel gilt aber nach wie vor als Königin der Instrumente, sie geht nicht irgendwo hin, sondern sie bleibt an ihrem Ort und lässt die Leute zu sich vor ihren Thron treten. Dort lauschen sie andächtig den himmlischen Klängen. Allein durch ihr gewaltiges Klangvolumen und den beeindruckenden Prospekt strahlt eine Orgel etwas Majestätisches aus. Das fasziniert auch heute noch zu Recht viele Menschen!

Technische Daten der Orgel in St. Joseph

Orgelbauer: Gebr. Stockmann, Werl (Westf.)
Baujahr: 1969
Anzahl der Manuale: 2
Typ des Pedals: parallel
Tastenumfang der Manuale: 56
Tastenumfang des Pedals: 30
Tonumfang der Manualwerke: C - g3
Tonumfang des Pedalwerkes: C - f1
Tiefe Oktave der Manuale: Chromatisch vollständig
Tiefe Oktave des Pedals: Chromatisch vollständig
Anzahl der Register: 26

Disposition
1. Manual - Hauptwerk:2. Manual - Schwellwerk:

Pedalwerk:

Quintade 16'Metallgedackt 8'Prinzipal 16'
Prinzipal 8'Prinzipal 4'Subbass 16'
Rohrflöte 8'Blockflöte 4'Offenbass 8'
Octave 4'Waldflöte 2'Pommer 4'
Gemshorn 4'Sifflöte 1 1/3'Nachthorn 2'
Nasat 2 2/3'Sesquialtera 2f. 1/2'Mixtur 5f. 2 2/3'
Octave 2'Scharff 4-6f. 1/2'Posaune 16'
Mixtur 6f. 1 1/3'Dulzian 16'Schalmey 4'
Trompete 8'Krummhorn 8' 

Anzahl der Pfeifen: 1.872
Spielhilfen: Koppeln: Manualkoppel, Pedalkoppel, 6 freie Kombinationen, 1 freie Pedalkombination, Tutti, Einzelabsteller für Zungen, Mixturen und 16'
Ladentypen: Schleifladen
Spieltraktur: mechanisch
Registertraktur: elektrisch
Temperierung: 440 Hz
Letzte Renovierung: 2014/2015
Wartung: jährlich
 

Orgelpräsentation St. Joseph

Im Rahmen der Produktion des Schulbuchs Soundcheck  hat Matthias Brodowy die Orgel unserer St. Joseph‐Kirche vorgestellt und die wesentlichen Funktionen erläutert. Das kurzweilige Video des erfahrenen Entertainers können Sie hier ‐ mit freundlicher Genehmigung des Schroedel‐Verlages ‐ aufrufen.

 

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